Hello and Goodby
Paul am 15. September 2009 um 9:53 amOkay, wo soll ich anfangen? Gleich zum wichtigsten:
Ich werde aufhören.
Aufhören zu bloggen, also mit diesem Blog.
Tja, seltsam. Eine Weile konnte ich mir nicht vorstellen aufzuhören, aber jetzt fühle ich mich richtig gut dabei.
Nach fast zwei Jahren an meinem Zehn-Punkte-Projekt, was irgendwie zwischen zeitlich vollkommen unwichtig geworden ist, stelle ich fest, dass sich, bis auf einen Punkt, doch auf seltsame Weise alles erfüllt hat, was ich mir vorgenommen oder gewünscht habe.
Also:
- Diesen Spitznamen werde ich vermutlich nie loswerden, er wird mich wohl ewig verfolgen. Wenn ich die alten Kumpels aus der Schule treffen, wenn ich mich an früher erinnere oder die Anfänge dieses Blogs. Aber irgendwie bin ich ihn doch losgeworden, weil die Schule vorbei ist, weil ich meine Freunde darum gebeten habe, mich Paul zu nennen, weil ich diesen Blog umbenannt habe. Mehr kann man nicht tun, der Rest ist, nun, Karma.
- Den Motorradführerschein habe ich, wenn auch noch kein Moped. Ich bin aber jetzt auf stand-by, also ein Riesenfortschritt.
- Einen Toten – habe ich glücklicher Weise noch nicht live gesehen. Ich denke, da kann ich ganz gut noch eine Weile drauf verzichten. Was vielleicht viel wichtiger ist, ich habe mir Gedanken über den Tod gemacht und dann denkt man über das Leben nach und unweigerlich fängt man an, es zu verbessern. So ging es mir jedenfalls. Wenn dieser Punkt sich also nicht erfüllt hat, dann doch alles, was ich mir wahrscheinlich davon erhofft habe.
- xxx kein Kommentar.
- Yeah! Aber davon erzählte ich euch gleich.
- Bizeps. Jep. Ich war im Sommer wieder Klettern und ich kann euch nur empfehlen, wenn ihr richtig gute Oberarmmukis haben wollt, dann macht das, denn das sieht tausendmal besser aus, als das, was nach Hanteltraining im Studio herauskommt. Vielleicht bilde ich es mir ja auch nur ein, aber ich finde man sieht, ob Muskeln durch irgendeinen Sport oder nur durch Gerätetraining entstanden sind. Na ja, dazu kommt, dass ich auch ziemlich braun geworden bin und mich von einem käsigen Städter in etwas verwandelt habe, was Feli ziemlich gut gefällt. Also, was will ich mehr?
-Tja, Moby Dick. Ich muss gestehen, dass ich die letzten Kapitel nicht gelesen habe. Vielleicht werde ich sie nie lesen, vielleicht in zehn oder zwanzig Jahren noch mal, wenn ich das alles besser verstehe mit der Rache und dem weißen Wal und der Jagd auf Tiere aber vielleicht auch nicht. Egal. Jedenfalls war es eine gute Zeit mit dem Buch und die Arbeit hat auch Spaß gemacht und meiner Deutschnote hat die Sache auch genützt.
Ich finde also, ich kann mit der Ausbeute ganz zufrieden sein. Das aus „am besten sofort“ dann schließlich zwei Jahre geworden sind, ist zwar etwas schockierend, bereitet mich vielleicht aber auf das vor, was da noch alles kommt im Leben. Offenbar ist Zeit eine sehr relative Sache, denn mir kamen die zwei Jahre überhaupt nicht lang vor.
Und das wär´s dann. Bitte keine Tränen.
Aber ja… ich schulde euch noch eine Erklärung. Dass sie sehr knapp ausfällt, hängt mit einem Versprechen zusammen. Seit ich mit Feli zusammen bin (wow, ich hätte nie gedacht, dass mich das so umhauen könnte!) hat sich eine Menge in meinem Gefühlsleben geändert. Eigentlich möchte ich es die ganze Zeit in die Welt herausschreien, aber Feli hat mir gleich am Anfang unserer Beziehung erklärt, dass sie uns nur eine Chance gibt, wenn ich aufhöre, weiter mein Privatleben ins Netz zu stellen, jede meiner Gefühlsregungen zu bloggen.
*räusper*
Was ist schon privat?
Aber - schon klar. Sie brauchte mir die negativen Beispiele von Britney Spears über
Sarah O´Conner gar nicht aufzuzählen, ich habe das schon verstanden. Also, Freunde, ab sofort ist mein Leben ein verschlossenes Buch, jedenfalls mein Privatleben.
Ciao, macht´s gut, war eine tolle Zeit mit euch!
Paul
P.S.: Aber ist doch interessant, dass Feli und ich wohl nie zusammengekommen wären, wenn sie meinen Blog nicht von Anfang an gelesen hätte. Wobei… ich darf gar nicht länger darüber nachdenken…
(Und, Theo, dich lünche ich bei Gelegenheit!).
